BKrFQG: Dein Guide zur Pflicht-Weiterbildung für Berufskraftfahrer

03.06.2026 Von Jan Müller

BKrFQG: Dein Guide zur Pflicht-Weiterbildung für Berufskraftfahrer

Erfahre alles über die gesetzliche Weiterbildungspflicht nach BKrFQG für Berufskraftfahrer in Deutschland 2026. Dein umfassender Guide zu Modulen, Fristen, Kosten und E-Learning.

BKrFQG: Dein Guide zur Pflicht-Weiterbildung für Berufskraftfahrer

Die Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG)-Weiterbildung ist für alle gewerblich tätigen LKW- und Busfahrer in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und stellt sicher, dass du stets auf dem neuesten Stand der Technik und Vorschriften bist. Sie umfasst fünf Module à sieben Stunden, die innerhalb von fünf Jahren absolviert werden müssen, um deine Berufskraftfahrerqualifikation zu erhalten und die Eintragung der Schlüsselzahl 95 im Führerschein zu gewährleisten. Ohne diese regelmäßige Schulung darfst du ab 2026 keine gewerblichen Fahrten mehr durchführen.

Was ist die BKrFQG-Weiterbildung und warum ist sie Pflicht?

Die BKrFQG-Weiterbildung, oft auch nur "Module" genannt, ist die gesetzliche Grundlage für die regelmäßige Fortbildung von Berufskraftfahrern. Sie wurde auf Basis der EU-Richtlinie 2003/59/EG eingeführt und soll die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen, einen umweltfreundlichen Fahrstil fördern und die wirtschaftliche Fahrweise verbessern. Jeder Berufskraftfahrer, der gewerblich Güter oder Personen transportiert und dessen Führerschein der Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE nach dem 10. September 2008 (Personenverkehr) bzw. 10. September 2009 (Güterverkehr) erworben wurde oder dessen Grundqualifikation abgelaufen ist, muss diese Weiterbildung absolvieren (Quelle: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), Stand 2026).

Die Pflicht zur Weiterbildung gilt nicht nur für dich als Fahrer, sondern auch für deinen Arbeitgeber. Dieser ist in der Regel dafür verantwortlich, dir die Teilnahme an den notwendigen Schulungen zu ermöglichen und oft auch die Kosten zu tragen. Ein Verstoß gegen die Weiterbildungspflicht kann sowohl für dich als Fahrer als auch für das Unternehmen empfindliche Bußgelder nach sich ziehen (Quelle: § 3 BKrFQG i.V.m. § 9 BKrFQG, Stand 2026).

Deine Module: Inhalte und Fristen der Weiterbildung

Die BKrFQG-Weiterbildung besteht aus insgesamt 35 Stunden Unterricht, aufgeteilt in fünf Module zu je sieben Stunden. Diese Stunden müssen innerhalb von fünf Jahren absolviert werden. Die Reihenfolge der Module ist flexibel, aber alle fünf müssen innerhalb des Fünf-Jahres-Zyklus abgeschlossen sein, bevor die Gültigkeit deiner Schlüsselzahl 95 im Führerschein abläuft (Quelle: § 4 BKrFQG, Stand 2026). Die genauen Inhalte der Module sind vom Gesetzgeber festgelegt und umfassen folgende Themenbereiche:

Um deinen Überblick zu behalten, wann du welche Module absolvieren musst und welche Fristen für dich gelten, informiere dich rechtzeitig. Dein Führerschein mit der eingetragenen Schlüsselzahl 95 gibt dir Auskunft über das Gültigkeitsdatum. Plane deine Module frühzeitig, um Engpässe zu vermeiden.

Praktische Einarbeitung: Mehr als nur Theorie

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildung ist eine fundierte Einarbeitung, insbesondere bei einem Jobwechsel oder dem Einstieg in ein neues Fahrzeugsegment, essenziell. Viele Speditionen bieten dir als neuen Mitarbeiter eine strukturierte Einarbeitung an, die über die reinen BKrFQG-Module hinausgeht. Diese kann Folgendes umfassen:

  • Fahrtraining mit dem neuen Fahrzeugtyp: Jedes Fahrzeug hat seine Eigenheiten. Ein gezieltes Training hilft dir, dich schnell und sicher an neue Modelle zu gewöhnen, sei es ein Sattelzug, ein Gliederzug oder ein spezielles Fahrzeug für die Abfallwirtschaft.
  • Einführung in firmenspezifische Prozesse: Dazu gehören Routenplanung, Umgang mit Telematiksystemen, digitale Frachtbriefe (mehr zum eCMR findest du hier) und die Kommunikation mit der Disposition.
  • Spezielle Ladungssicherung: Je nach Transportgut können besondere Anforderungen an die Ladungssicherung bestehen, die in der Einarbeitung vermittelt werden sollten.
  • Einweisung in Sicherheitsprotokolle: Gerade bei Gefahrguttransporten oder in speziellen Arbeitsumgebungen (z.B. Baustellen, Häfen) sind spezifische Sicherheitsschulungen unerlässlich.

Eine gute Einarbeitung reduziert nicht nur das Unfallrisiko, sondern steigert auch deine Effizienz und dein Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Zögere nicht, bei deinem potenziellen Arbeitgeber nach den Details des Einarbeitungsprozesses zu fragen. Eine transparente Kommunikation von Anfang an ist ein gutes Zeichen für eine wertschätzende Unternehmenskultur.

Digitale Lösungen: E-Learning und moderne Schulungsmethoden

Die Digitalisierung macht auch vor der Berufskraftfahrer-Weiterbildung nicht halt. E-Learning-Angebote werden immer beliebter und können eine flexible Möglichkeit sein, deine Module zu absolvieren. Seit der Corona-Pandemie wurden die Möglichkeiten für Online-Schulungen erweitert und sind auch im Jahr 2026 eine etablierte Option (Quelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), Stand 2026).

Vorteile von E-Learning:

  • Flexibilität: Du kannst lernen, wann und wo es dir am besten
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