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Mindestlohn für LKW-Fahrer 2026: Aktueller Stand, Tarif & Vergleich

Was verdient ein LKW-Fahrer mindestens? Hier erfährst du alles über den gesetzlichen Mindestlohn 2026, Tarifverträge und wie du mehr rausholen kannst.

Mindestlohn für LKW-Fahrer 2026: Aktueller Stand, Tarif & Vergleich
Inhalt dieses Beitrags
  1. Gesetzlicher Mindestlohn 2026
  2. Tarifvertrag für Berufskraftfahrer
  3. Mindestlohn vs. tatsächliches Gehalt — Der Vergleich
  4. Spesen kommen oben drauf
  5. Was tun, wenn der Arbeitgeber unter Mindestlohn zahlt?
  6. Tipps: So verdienst du mehr als Mindestlohn
  7. Häufige Fragen

Was steht dir als LKW-Fahrer mindestens zu? Der Mindestlohn ist die absolute Untergrenze — aber viele Fahrer verdienen deutlich mehr, wenn sie ihre Rechte kennen. Hier erfährst du den aktuellen Stand für 2026.

Gesetzlicher Mindestlohn 2026

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt seit dem 1. Januar 2026 genau 13,90 Euro brutto pro Stunde. Die Mindestlohnkommission hatte diese Erhöhung von zuvor 12,82 Euro (2025) im Juni 2025 beschlossen; zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn weiter auf 14,60 Euro.

Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das:

  • Monatslohn 2026 (brutto): rund 2.409 Euro
  • Monatslohn ab 01.01.2027 (brutto): rund 2.531 Euro bei 14,60 Euro pro Stunde

Wichtig: Der Mindestlohn gilt für alle Beschäftigten — auch für Berufskraftfahrer. Spesen dürfen nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden.

Tarifvertrag für Berufskraftfahrer

Viele Speditionen zahlen nach Tarif — und der liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn:

Tariflöhne im Überblick

Erfahrung / GruppeMonatsgehalt brutto (40 Std./Woche)
Berufseinstieg (tariflich und Markt)rund 2.550–2.950 €
Mit abgeschlossener Berufskraftfahrer-Ausbildung und Fahrpraxishöhere Entgeltgruppe im Tarifvertrag – die Werte je Tarifgebiet findest du auf den Bundesland-Seiten
Gefahrgut (ADR) / Spezialtransporthäufig mit Zulage — belastbare eigene Gehaltszahlen je Spezialisierung gibt es nicht

Stand: 13.09.2026 — Brutto-Grundlohn ohne Zuschläge, Sonderzahlungen und Spesen. Die genauen Sätze variieren je nach Region und Tarifgebiet, einen bundesweiten Tarif gibt es nicht. Quellen: Tarifregister NRW, Tarifbroschüren der Senatsverwaltung Berlin. Was in deiner Region gilt, findest du auf den Bundesland-Seiten, zum Beispiel für Nordrhein-Westfalen oder Bayern.

Tarifbindung prüfen

Nicht alle Speditionen sind tarifgebunden. Frag bei deinem Arbeitgeber nach:

  • Gilt ein Tarifvertrag? Wenn ja, welcher?
  • Werden Spesen zusätzlich gezahlt oder sind sie im Lohn enthalten?
  • Gibt es Zuschläge für Nacht, Wochenende oder Feiertage?

Mindestlohn vs. tatsächliches Gehalt — Der Vergleich

KategorieStundenlohnMonatsgehalt (brutto, 40 Std./Woche)
Gesetzlicher Mindestlohn 202613,90 €rund 2.409 €
Gesetzlicher Mindestlohn ab 01.01.202714,60 €rund 2.531 €
Berufseinstieg LKW-Fahrer (tariflich und Markt)rund 14,70–17,00 €rund 2.550–2.950 €
Mittlerer Verdienst (Marktmitte)—rund 2.900–3.150 €
Oberes Viertel—bis rund 3.450 €
Grundlohn Fernverkehr (Tarif Berlin Güterfernverkehr)—rund 2.550–2.620 €

Stand: 13.09.2026 — Brutto-Grundlohn ohne Zuschläge, Sonderzahlungen und Spesen. Einen eigenen Gehaltswert für den Nahverkehr gibt es nicht. Quellen: Mindestlohnverordnung, Tarifregister NRW, Tarifbroschüren der Senatsverwaltung Berlin, WSI-Lohnspiegel, StepStone, gehalt.de.

Wie weit du über dem Mindestlohn liegst, hängt vor allem von Betrieb und Tarif ab — dazu kommen Wochenstunden und Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Im Fernverkehr ist nicht der Grundlohn höher: Mehr kommt dort über die Stundenzahl, die Zuschläge und die steuerfreien Spesen. Spesen sind Aufwandsersatz und kein Teil deines Gehalts.

Spesen kommen oben drauf

Zusätzlich zum Lohn stehen dir als Berufskraftfahrer Verpflegungsmehraufwendungen (Spesen) zu:

  • Abwesenheit von mehr als 8 Stunden sowie An- und Abreisetag: 14 Euro pro Tag
  • Voller Kalendertag unterwegs (24 Stunden): 28 Euro pro Tag
  • Übernachtungspauschale: 20 Euro pauschal bei Hotel / 9 Euro bei Kabine im LKW (siehe Spesen 2026)

Diese Spesen sind steuerfrei und dürfen nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden.

Nutze unseren Spesenrechner, um deine persönliche Spesenpauschale zu berechnen.

Was tun, wenn der Arbeitgeber unter Mindestlohn zahlt?

Wenn du weniger als den Mindestlohn bekommst, hast du folgende Möglichkeiten:

  1. Gespräch mit dem Arbeitgeber: Manchmal liegt ein Fehler in der Abrechnung vor.
  2. Lohnnachzahlung einfordern: Du hast rückwirkend Anspruch auf die Differenz zum Mindestlohn — bis zu 3 Jahre zurück.
  3. Zollbehörde (FKS) einschalten: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit prüft die Einhaltung des Mindestlohngesetzes. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 500.000 Euro bestraft werden.
  4. Gewerkschaft oder Rechtsanwalt: Bei hartnäckigen Fällen hilft professionelle Unterstützung.

Tipps: So verdienst du mehr als Mindestlohn

  • Führerschein CE + SZ95: Die Kombination ist Standard — ohne CE bekommst du nur Nahverkehr-Jobs.
  • ADR-Schein: Die Qualifikation ist gefragt und wird häufig mit einer Zulage vergütet. Belastbare eigene Zahlen für einen ADR-Aufschlag gibt es nicht — frag im Vorstellungsgespräch konkret nach der Zulage. Mehr dazu: Gefahrgutfahrer (ADR).
  • Berufserfahrung: Sie wirkt weniger, als viele denken: Nach den Daten von gehalt.de liegen zwischen weniger als drei und mehr als neun Berufsjahren nur rund 165 Euro im Monat, der Unterschied nach Betriebsgröße ist fast dreimal so groß. Mehr Geld kommt eher über Tarifbindung, Betriebsgröße und Zuschläge als über Dienstjahre.
  • Arbeitgeber vergleichen: Die Gehaltsunterschiede zwischen Speditionen sind enorm. Nutze unsere Jobbörse, um aktuelle Angebote zu vergleichen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Mindestlohn für LKW-Fahrer 2026?

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 13,90 Euro brutto pro Stunde (seit 1. Januar 2026). Viele Berufskraftfahrer verdienen durch Tarifverträge und Zuschläge deutlich mehr.

Dürfen Spesen auf den Mindestlohn angerechnet werden?

Nein. Verpflegungsmehraufwendungen (Spesen) sind steuerfreie Erstattungen und dürfen nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden. Dein Stundenlohn muss unabhängig davon mindestens 13,90 Euro betragen.

Was verdient ein LKW-Fahrer im Fernverkehr wirklich?

Im Fernverkehr ist nicht der Grundlohn höher: Tariflich liegt er bei rund 2.550 bis 2.620 Euro brutto (40 Stunden pro Woche, Tarif Berlin Güterfernverkehr), in der Marktmitte verdienen Fahrer etwa 2.900 bis 3.150 Euro. Mehr kommt über die Stundenzahl, Zuschläge und die steuerfreien Spesen: In einer Modellrechnung – Montag bis Freitag mit vier Übernachtungen im LKW – sind das rund 590 bis 640 Euro im Monat. Das ist Aufwandsersatz und kein Teil deines Gehalts. Stand: 13.09.2026.

Gilt der Mindestlohn auch für ausländische LKW-Fahrer in Deutschland?

Ja. Der deutsche Mindestlohn gilt grundsätzlich für alle Beschäftigten, die in Deutschland arbeiten — unabhängig von der Nationalität. Das betrifft auch Fahrer ausländischer Speditionen bei Kabotage und in der Regel bei Fahrten zwischen Deutschland und einem anderen Land, das nicht das Sitzland der Spedition ist. Ausnahmen gelten für Speditionen aus der EU, dem EWR und dem Vereinigten Königreich: Fahrten zwischen ihrem Sitzland und Deutschland (bilateral) und reiner Transit durch Deutschland.

Wann wird der Mindestlohn erhöht?

Der Mindestlohn ist zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro gestiegen und steigt zum 1. Januar 2027 weiter auf 14,60 Euro. Die Mindestlohnkommission überprüft den Satz turnusmäßig.


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